Sahne schlagen für Aufklärung

Die erste große Aufklärungsaktion zum Thema Schlaganfall im Mai dieses Jahres war ein voller Erfolg. "Danach kamen 40 Prozent der Patienten innerhalb von vier Stunden nach Auftreten der ersten Symptome in die Klinik. Eine so hohe Quote hat es bisher noch nie gegeben", sagt Prof. Dr. Henning Henningsen, Chefarzt der Neurologie im Städtischen Klinikum. Das schnelle Reagieren ist Garant dafür, dass es bei einem Schlaganfall nicht zu lebenslangen Behinderungen kommt.

Die Neurologische Klinik hat gemeinsam mit der Sparkasse und der Landeszeitung im Frühjahr eine Kampagne gestartet, mit der ein Jahr lang durch Informationen für eine frühzeitige Einweisung ins Krankenhaus im Fall der Fälle geworben werden soll. Am kommenden Sonntag, 12. September, läuten die Initiatoren die nächste Runde ein, wenn es von 15 Uhr an auf einer Bühne in der Schröderstraße heißt "Schlag den Wirt". Carsten Junge, Vorstandsstab der Sparkasse Lüneburg, erläutert: "Alle Wirte der Schröderstraße stellen sich in den Dienst der guten Sache, sie werden im Schlagsahneschlagen gegeneinander antreten. Der Sieger muss sich mit jemandem aus dem Publikum messen. Danach verkaufen die Wirte Leckeres mit Schlagsahne. Der Erlös, den die Sparkasse noch verdoppelt, geht an Prof. Dr. Henningsen für die Schlaganfall-Aufklärung.

Schlagsahne schlagen als Assoziation zu Schlaganfall - damit wollen die Macher der Kampagne Olav Meyer-Sievers und Philipp Pahl von der Lüneburger Werbeagentur Toreros einmal mehr für Aufmerksamkeit sorgen und Menschen ansprechen. Die Faltblätter zu der Aktion listen Symptome auf einen Blick auf und appellieren: "Bei einem Schlaganfall kommt es auf jede Minute an. Warten Sie bei einem entsprechenden Verdacht nicht lange ab, wählen Sie sofort Notruf 112."

Jedes Jahr ereignen sich bundesweit mehr als 200 000 erstmalige Schlaganfälle. Das Fatale: Ein Schlaganfall kündigt sich ohne Schmerzen an. "Wenn erste Symptome wie Schwindel, Sprach- oder Sehstörungen auftreten, denkt mancher Patient: Ach, das ist nichts Schlimmes, das geht schon vorbei. "Doch schnelles Handeln entscheidet über die Heilungschancen", mahnt Prof. Dr. Henningsen.

Um die Bürger über die Dringlichkeit des Themas aufzuklären, wurde bereits vor sechs Jahren die Initiative "Lüneburg gegen Schlaganfall" gegründet. Niedergelassene Neurologen, Hausärzte und Internisten - vertreten durch Dr. Kim-Arno Bohr, Dr. Heinz Jarmatz und Dr. Stephan Piwowarczyk - klärten gemeinsam mit ASB, DRK und Prof. Dr. Henningsen jedes Jahr bei Aktionen rund um den Tag des Schlaganfalls am 10. Mai auf. Henningsen: "Kurzfristig meldeten sich 40 Prozent der Patienten nach Auftreten der Symptome in den ersten vier Stunden. Nach drei Monaten ging der Anteil auf bis zu 15 bis 20 Prozent zurück. Das kostet Hirngewebe und die Chance zur Wiederherstellung von Funktionen", sagt der Chefarzt.

"Mit der einjährigen Kampagne hoffen wir, dass auch langfristig mindestens 50 Prozent der von einem Schlaganfall betroffenen Menschen umgehend den Notarzt rufen", sagen Junge und Prof. Dr. Henningsen.

Quelle: Landeszeitung